Es gibt Momente im Leben, nach denen nichts mehr so ist, wie es einmal war.
Für mich war dieser Moment ein Januartag im Jahr 2021.
Von einem Augenblick auf den anderen verlor ich meinen Mann. Meinen Weggefährten. Den Menschen, mit dem ich fast dreißig Jahre meines Lebens geteilt hatte. Gemeinsam hatten wir Pläne, Erinnerungen, Träume und zwei wunderbare Söhne. Ich hätte nie gedacht, dass unsere gemeinsame Geschichte so plötzlich enden würde.
Mit seinem Tod blieb nicht nur ein leerer Platz an unserer Seite zurück. Es fühlte sich an, als wäre die Welt stehen geblieben, während sich alles um mich herum weiterdrehte.
In den ersten Wochen funktionierte ich einfach. Es gab so vieles zu organisieren, Entscheidungen zu treffen und für meine Söhne da zu sein. Gleichzeitig war da ein Schmerz, für den es keine Worte gab.
Trauer ist etwas Seltsames. Sie kommt nicht geradlinig. Manchmal trifft sie einen mit voller Wucht, manchmal schenkt sie einem einen ruhigen Tag, an dem man glaubt, wieder atmen zu können. Und dann reicht ein Lied, ein Geruch oder ein vertrauter Ort, um alles wieder hervorzuholen.
Ich habe in dieser Zeit gelernt, dass Trauer nicht verschwindet. Sie verändert sich. Sie wird leiser. Und irgendwann wächst neben ihr wieder Platz für Hoffnung, für Freude und für das Leben.
Es hat lange gedauert, bis ich den Mut hatte, wieder nach vorne zu schauen. Nicht, weil ich vergessen wollte – das wollte ich nie. Sondern weil ich gespürt habe, dass mein Mann sich gewünscht hätte, dass ich weiterlebe. Dass ich wieder lachen darf. Dass ich die Schönheit der Welt wieder sehe.
Auf diesem Weg haben mir die Natur, Meditation, Achtsamkeit und die kleinen Dinge des Alltags geholfen. Sie haben den Schmerz nicht genommen. Aber sie haben mir gezeigt, dass selbst nach der dunkelsten Nacht wieder ein Morgen kommt.
Warum erzähle ich das?
Weil dieser Verlust ein Teil von mir ist. Er hat mein Leben verändert und mich geprägt. Und weil ich weiß, dass jeder Mensch seine eigenen schweren Zeiten kennt. Vielleicht findest du dich in meinen Worten wieder. Vielleicht fühlst du dich dadurch ein wenig weniger allein.
Dieser Blog soll kein Ort sein, an dem es nur um Trauer geht. Er soll vom Leben erzählen – mit allem, was dazugehört. Von den schweren Tagen und den leichten. Von Neuanfängen, von kleinen Glücksmomenten und von der Hoffnung, die manchmal ganz leise zurückkehrt.
Danke, dass du den Anfang meiner Geschichte gelesen hast.
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