Am 1. August feiern viele naturspirituelle Traditionen Lammas, auch Lughnasadh genannt. Es ist das erste der drei großen Erntefeste im Jahreskreis und markiert den Moment, in dem die Früchte unserer Arbeit sichtbar werden.
Woher stammt Lammas?
Der Name Lammas stammt aus dem Altenglischen „Loaf Mass“ und bedeutet übersetzt „Laibmesse“ oder „Brotmesse“. Früher wurde aus dem ersten geernteten Getreide Brot gebacken und in der Kirche gesegnet – als Zeichen der Dankbarkeit für die Ernte.
Der keltische Name Lughnasadh geht auf den Licht- und Handwerksgott Lugh zurück. Der Legende nach stiftete er dieses Fest zu Ehren seiner Pflegemutter Tailtiu, die ihr Leben gab, um fruchtbares Land für die Menschen zu schaffen. So steht Lughnasadh bis heute für Dankbarkeit, Gemeinschaft und den respektvollen Umgang mit den Gaben der Natur.
Die Verbindung zu weltlichen Festen
Auch wenn viele den Namen Lammas nicht kennen, leben seine Traditionen bis heute weiter. Erntefeste, Dorffeste, Brot- und Mühlenfeste oder Bauernmärkte haben ihre Wurzeln in der Dankbarkeit für die erste Ernte.
Früher war eine gute Getreideernte überlebenswichtig. Deshalb wurde gemeinsam gefeiert, gegessen, getanzt und gedankt. Diese Verbindung zur Natur erinnert uns daran, dass Nahrung nicht selbstverständlich ist.
Die Botschaft von Lammas
Lammas lädt uns ein, innezuhalten und zu fragen:
– Welche Samen habe ich in diesem Jahr gesät?
– Was durfte bereits wachsen?
– Wofür bin ich heute dankbar?
– Was möchte ich bis zur zweiten Ernte im Herbst noch nähren?
Es geht nicht nur um die Ernte auf den Feldern, sondern auch um unsere persönliche Entwicklung.
Rituale zu Lammas
– Schreibe alles auf, wofür du in diesem Jahr dankbar bist.
– Backe ein Brot und genieße es ganz bewusst.
– Lege einen kleinen Erntealtar mit Getreideähren, Sonnenblumen, Kräutern und Früchten.
– Verbringe Zeit in der Natur und sammle Wildkräuter oder Blumen.
– Entzünde am Abend eine Kerze und bedanke dich für alles, was bereits in dein Leben gekommen ist.
Räuchern zu Lammas
Zum Räuchern eignen sich Kräuter und Harze, die Dankbarkeit, Fülle und Erdung symbolisieren:
– Beifuß – Reinigung und Übergang
– Salbei – Klärung
– Rosmarin – Kraft und Lebensfreude
– Lavendel – Harmonie
– Kamille – Frieden und Dankbarkeit
– Weihrauch – Verbindung zum Spirituellen
Nimm dir beim Räuchern bewusst Zeit, deine Dankbarkeit auszusprechen und deine Wünsche für die kommende Zeit in die aufsteigenden Rauchschwaden zu geben.
Essen und Trinken
Lammas ist ein Fest der Fülle. Besonders passend sind:
– Frisch gebackenes Brot
– Butter und Kräuterquark
– Käse
– Honig
– Saisonales Gemüse
– Beeren und Zwetschgen
– Äpfel (je nach Region die ersten Früchte)
– Nüsse
– Kräuterbutter
– Selbstgemachte Marmelade
Als Getränke eignen sich Kräutertee, Apfelsaft, Holunderlimonade oder – ganz traditionell – ein Glas Met oder Apfelwein.
Ein Impuls zum Abschluss
Lammas erinnert uns daran, dass jede Ernte mit einem kleinen Samen beginnt. Wenn wir unsere Erfolge bewusst wahrnehmen und Dankbarkeit leben, schaffen wir Raum für neues Wachstum. Möge dieses Fest dich daran erinnern, wie reich dein Leben bereits ist – oft auf eine ganz stille Weise.
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