Eine Tür, von der ich nicht wusste, dass sie existiert

Als ich damals zum ersten Mal mit Tarotkarten in Berührung kam, hätte ich nicht gedacht, dass sie einmal einen Platz in meinem Leben bekommen würden.

Spiritualität war für mich lange kein Thema, mit dem ich mich besonders beschäftigt hatte. Ich war offen, aber auch skeptisch. Ich wollte verstehen, was dahintersteckt und vor allem: Was sollte mir das in meiner Situation bringen?

Ich war schließlich nicht auf der Suche nach Karten.
Ich war auf der Suche nach mir selbst.

Nach dem Tod meines Mannes hatte ich vieles verloren, was mir Sicherheit gegeben hatte. Mein vertrautes Leben war weggebrochen und ich musste herausfinden, wer ich eigentlich war, wenn ich nicht mehr Teil dieses gemeinsamen „Wir“ war.

Die Gespräche mit meiner Bekannten öffneten mir langsam eine neue Tür.
Es ging um Spiritualität, um Intuition und darum, wieder mehr nach innen zu schauen.

Das war für mich ungewohnt.
Ich hatte gelernt, vieles mit dem Verstand zu betrachten. Doch plötzlich ging es auch um Gefühle, um Wahrnehmung und um die leise Stimme in mir, die im Alltag oft übergangen wird.

Und dann waren da die Tarotkarten.
Ich begann, sie anders zu betrachten.
Nicht als etwas, das mir die Zukunft voraussagen sollte.
Sondern als Möglichkeit, innezuhalten.

Eine Karte konnte einen Gedanken auslösen. Eine Frage stellen. Etwas sichtbar machen, das vielleicht schon lange in mir vorhanden war, für das ich aber noch keine Worte hatte.

Manchmal war ich überrascht, wie sehr mich eine Karte berührte.
Nicht, weil sie mir sagte, was passieren würde.
Sondern weil ich plötzlich merkte, was in mir selbst passierte.

Vielleicht war genau das der Anfang meiner persönlichen Reise.

Ich begann, mich wieder mit mir selbst zu beschäftigen.
Nicht nur mit meiner Trauer.
Sondern mit meinen Wünschen.
Mit meinen Ängsten.
Mit dem, was mir wichtig war.

Und mit der Frage, wie mein Leben eigentlich aussehen sollte, wenn ich es irgendwann wieder selbst gestalten durfte.

Damals wusste ich noch nicht, wohin mich dieser Weg führen würde.
Ich wusste nur:
Da war plötzlich etwas Neues.
Eine kleine Tür, die sich geöffnet hatte.
Und ich war neugierig genug, hindurch zu schauen.

Heute weiß ich, dass hinter dieser Tür noch vieles auf mich wartete.

Aber davon erzähle ich beim nächsten Mal.

Hinterlasse einen Kommentar