Einfach weiter machen

Als ich mit der Traumatherapie begann, war ich schon längst wieder zurück im Berufsleben.
Tatsächlich bin ich bereits vier Wochen nach dem Tod meines Mannes wieder arbeiten gegangen.
Damals hielt ich das für gut. Vielleicht sogar für notwendig. Und ich fühlte mich verpflichtet.

Das Leben um mich herum war schließlich nicht stehen geblieben. Die Arbeit wartete, meine Kollegen waren da und die Aufgaben mussten erledigt werden. Also stand ich morgens auf, zog mich an und ging zur Arbeit.

Heute frage ich mich manchmal, wie ich das eigentlich geschafft habe.
Ich glaube, ich habe damals einfach funktioniert.
Nicht, weil es mir gut ging. Nicht, weil ich bereit dafür war. Sondern weil ich dachte, dass es so sein musste.

Trauer hatte für mich damals etwas, das man irgendwie aushalten musste. Man konnte doch nicht wochenlang ausfallen. Man musste sich zusammenreißen und weitermachen.
Und vielleicht war genau dieses „Weitermachen“ zunächst auch eine Art Schutz.
Denn solange ich funktionierte, musste ich mich nicht ständig damit beschäftigen, dass mein Mann nicht mehr da war.

Ich hatte einen Alltag. Ich hatte Arbeit. Ich hatte Aufgaben.
Aber zwischen all dem funktionierte etwas in mir nicht mehr so wie früher.
Ich war zwar wieder mitten im Leben – und gleichzeitig fühlte ich mich innerlich unglaublich weit davon entfernt.

Dass ich irgendwann merkte, dass „funktionieren“ nicht dasselbe ist wie „es geht mir gut“, sollte noch eine Weile dauern.

Und genau an diesem Punkt begann später meine Reise in die Traumatherapie.
Eine Reise, die mich nicht nur mit meiner Trauer konfrontierte, sondern mir auch Türen zu etwas öffnete, von dem ich damals noch überhaupt nicht wusste, dass es einmal ein so wichtiger Teil meines Lebens werden würde.

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