Heute war ich mal wieder im Bestattungswald.
Dort, wo mein Mann beerdigt ist.
Ich gehe nicht besonders oft dorthin. Vielleicht mag das für manche Menschen ungewöhnlich klingen. Aber dieser Ort hat für mich eigentlich keine so große Bedeutung.
Denn mein Mann ist für mich nicht an diesen einen Platz gebunden.
Ich brauche diesen Ort nicht, um mich an ihn zu erinnern. Erinnerungen kommen ohnehin – manchmal ganz unvermittelt, manchmal durch ein Lied, einen Geruch oder einen ganz alltäglichen Moment. Und manchmal sind sie einfach da, ohne dass ich weiß, warum.
Heute bin ich mit Emma durch den Wald spaziert.
Es war schön dort. Ruhig, grün und friedlich. Emma hatte natürlich ihre ganz eigene Vorstellung davon, was ein Waldspaziergang bedeutet: schnuppern, stehen bleiben, weiterlaufen und möglichst jeden interessanten Geruch untersuchen.
Und so war dieser Besuch eigentlich gar nicht schwer.
Ich bin dort gewesen, ohne das Gefühl zu haben, etwas Bestimmtes fühlen zu müssen.
Vielleicht ist das etwas, das ich im Laufe der Jahre gelernt habe:
Trauer braucht keinen bestimmten Ort.
Und Liebe auch nicht.
Ich kann an ihn denken, wenn ich an seinem Grab stehe. Aber genauso gut beim Spaziergang mit Emma, beim Kochen, beim Hören eines Liedes oder mitten in einem ganz gewöhnlichen Alltag.
Vielleicht ist das auch ein Teil des Loslassens.
Nicht den Menschen loszulassen.
Sondern die Vorstellung, dass man einen bestimmten Ort braucht, um mit ihm verbunden zu bleiben.
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