Die Traumatherapie wurde damals zu einem wichtigen Bestandteil meines Alltags.
Einmal in der Woche hatte ich meinen festen Termin. Dieser Termin war für mich mehr als nur eine Stunde Therapie. Er gab meiner Woche eine Struktur und mir einen festen Punkt, auf den ich mich verlassen konnte.
Ich wusste: Da ist jemand, bei dem ich alles sagen darf.
Es gab natürlich auch Situationen, in denen eine Woche sehr lang sein konnte. Momente, in denen etwas hochkam, ich nicht weiterwusste oder einfach das Gefühl hatte, jemanden zu brauchen.
Und genau dann war sie da.
Wenn es außerhalb unserer vereinbarten Termine schwierig wurde, konnte ich mich bei ihr melden. Manchmal war es sogar umgekehrt.
Sie meldete sich einfach bei mir.
Nicht selten schrieb oder fragte sie nach, weil sie das Gefühl hatte, dass ich gerade jemanden brauchen könnte.
Und erstaunlicherweise hatte sie damit meistens recht.
Ich weiß bis heute nicht, wie sie das manchmal gespürt hat.
Es gab Momente, in denen ich selbst noch gar nicht richtig wahrgenommen hatte, wie schlecht es mir eigentlich ging. Und dann kam plötzlich eine Nachricht von ihr.
Manchmal war es nur ein kurzer Kontakt.
Aber allein zu wissen, dass da jemand an mich dachte, konnte unglaublich viel bedeuten.
In dieser Zeit war es für mich wichtig, nicht nur eine Therapeutin zu haben, die mir in den vereinbarten Stunden gegenübersaß. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich als ganzen Menschen wahrnahm – mit meiner Trauer, meiner Verzweiflung, meinen Ängsten, aber auch mit den kleinen Schritten nach vorne.
Die wöchentlichen Termine wurden dadurch zu einer Art Anker in einer Zeit, in der sich so vieles unsicher und fremd anfühlte.
Vielleicht war genau das damals besonders wichtig:
Ich musste nicht jeden Tag wissen, wie ich mein Leben wieder in den Griff bekommen sollte.
Ich musste nicht wissen, wie es in einem Monat oder einem Jahr aussehen würde.
Es reichte, von einem Termin zum nächsten zu kommen.
Von einer Woche zur nächsten.
Und irgendwann wurden aus diesen kleinen Schritten wieder größere.
Heute denke ich oft darüber nach, wie wichtig es sein kann, wenn ein Mensch nicht nur professionell hilft, sondern einem auch das Gefühl gibt:
Ich sehe dich. Und du musst da gerade nicht allein durch.
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