Bartholomäustag – Ein stiller Übergang

Der 24. August ist der Bartholomäustag. Ein Tag, der früher eine besondere Bedeutung im bäuerlichen Jahreslauf hatte und bis heute als einer der alten Lostage gilt.

Für mich fühlt sich dieser Tag wie ein kleiner Wendepunkt an.

Der Sommer ist noch da. Die Tage können warm sein, die Natur steht noch in ihrer Fülle. Und doch sind die ersten Veränderungen nicht mehr zu übersehen. Die Tage werden kürzer, morgens liegt manchmal schon eine andere Stimmung in der Luft und die ersten Blätter beginnen sich zu verfärben.

Der Bartholomäustag erinnert daran, dass nichts bleibt, wie es ist.

Traditionell war diese Zeit eng mit der Ernte und dem Sammeln von Kräutern verbunden. Was über den Sommer gewachsen war, wurde nun geerntet, getrocknet und für die kommende Zeit bewahrt.

Vielleicht liegt genau darin auch eine schöne Botschaft für uns.

Nicht nur zu schauen, was noch vor uns liegt, sondern einmal innezuhalten und zu betrachten, was in den vergangenen Monaten gewachsen ist.

Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
Was hat sich verändert?
Was möchte ich mitnehmen?
Und was darf ich loslassen?

Der Jahreskreis erinnert uns immer wieder daran, dass Wandel nichts Bedrohliches sein muss. Auf Wachstum folgt Ernte, auf Fülle folgt Rückzug, auf den Sommer irgendwann der Herbst.

Heute ist ein guter Tag, um für die Fülle des Sommers dankbar zu sein – und gleichzeitig ganz bewusst den nächsten Abschnitt willkommen zu heißen.

Vielleicht mit einem Spaziergang, beim Sammeln von Kräutern oder einfach mit einem Moment der Stille.

Ein kleiner Übergang.
Ein Innehalten.
Ein Dankeschön an das, was war.
Und ein vertrauensvolles Weitergehen.

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