26. September 2026
Heute ist Vollmond.
Und dieser Vollmond fühlt sich für mich besonders passend zu dieser Zeit des Jahres an.
Der September-Vollmond wird traditionell Erntemond genannt. Er liegt ganz nah an der Herbst-Tagundnachtgleiche – an diesem besonderen Übergang zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Sommer und Herbst. In Deutschland erreicht der Mond heute um 18:49 Uhr seine volle Phase.
Erntemond.
Ein schöner Name. Denn bei einer Ernte geht es nicht nur darum, etwas einzubringen. Es geht auch darum, innezuhalten und zu schauen:
Was ist in diesem Jahr gewachsen?
Was durfte ich ernten?
Was hat sich entwickelt – vielleicht ganz anders, als ich gedacht hatte?
Und vielleicht ist genau das die Einladung dieses Vollmondes.
Nicht immer nur nach dem zu schauen, was noch fehlt.
Sondern auch auf das, was bereits da ist.
Auf Begegnungen.
Auf Erfahrungen.
Auf kleine Veränderungen, die vielleicht lange unbemerkt geblieben sind.
Auf Dinge, die wir gelernt haben.
Auf Menschen, die uns begleitet haben.
Und auch auf uns selbst.
Gerade in der Natur lässt sich dieser Wandel jetzt überall beobachten. Die Tage werden kürzer, die Farben verändern sich, die Luft wird kühler. Was im Sommer noch voller Kraft und Wachstum war, beginnt sich langsam zurückzuziehen.
Die Natur zeigt uns dabei etwas, das wir Menschen manchmal nur schwer annehmen können:
Nicht alles muss bleiben.
Manches darf gehen.
Gedanken, die uns nicht mehr guttun.
Erwartungen, die wir an uns selbst stellen.
Alte Geschichten.
Gewohnheiten.
Vielleicht auch Beziehungen oder Vorstellungen davon, wie etwas sein sollte.
Loslassen bedeutet dabei nicht, dass etwas wertlos war.
Manchmal bedeutet es einfach, anzuerkennen, dass etwas seine Zeit hatte.
Der Erntemond lädt für mich deshalb nicht zu einem großen „Jetzt muss sich alles verändern“ ein. Eher zu einem stillen Blick nach innen.
Was möchte ich mitnehmen?
Was darf ich zurücklassen?
Und wo darf ich mir selbst einmal sagen:
Ich habe mehr geschafft, als ich gerade sehe.
Vielleicht möchtest du heute Abend für ein paar Minuten nach draußen gehen und den Mond betrachten. Ohne Ritual, ohne bestimmte Absicht. Einfach nur stehen, schauen und atmen.
Oder du machst es dir zu Hause gemütlich, zündest eine Kerze an und nimmst dir ein paar Minuten für dich.
Du könntest dir drei Fragen stellen:
🌕 Was möchte ich würdigen?
🌕 Was möchte ich loslassen?
🌕 Was möchte ich mit in den Herbst nehmen?
Der Vollmond muss dabei nichts für uns erledigen.
Aber er kann uns einen Moment schenken, in dem wir bewusst innehalten.
Und vielleicht ist genau das manchmal genug.
Eine kleine Pause.
Ein Blick zurück.
Ein Blick nach vorn.
Und die Erkenntnis, dass auch in uns vieles gewachsen ist.
Ich wünsche dir einen ruhigen Vollmondabend.
Und vielleicht einen Moment, in dem du deine ganz persönliche Ernte erkennst. 🌕🍂
Hinterlasse einen Kommentar